Die Nacht vom 19. auf den 20. Juni 1940

Dramatische Tage Mitte Juni 1940 im Jura

Am schweizerischen Grenzposten bei Court-Goumois meldeten sich am 19. Juni zwei Offiziere mit der Bitte, dem französischen und dem polnischen Gesandten in Bern je eine Botschaft zu übermitteln. Darin wurden diese auf die hoffnungslose Lage des 45. Französischen Armeecorps samt der 2. Polnischen Schützendivision aufmerksam gemacht und gebeten, die Schweizer Regierung um die Erlaubnis für den Grenzübertritt und die Internierung nach Haager-Abkommen zu ersuchen.

Dem Gesuch wurde entsprochen und so kamen in der Nacht vom 19. auf den 20. Juni an der jurassischen Grenze das 45. Armeekorps unter General Daille mit rund 30‘000 Franzosen und rund 12‘500 Angehörigen der 2. Polnischen Schützendivision unter der Leitung von General Prugar- Ketling – dieser mit Erlaubnis des polnischen Exil-Hauptquartiers in London! – sowie rund 7000 Zivilpersonen in die Schweiz, wo die Militärangehörigen sofort nach dem Einmarsch gemäss dem internationalen Haager-Abkommen entwaffnet wurden. Die einmarschierende Kolonne war dabei so dicht, dass die Entwaffnung grösstenteils im Marsch erfolgte, um den Fluss der Bewegung nicht zu unterbrechen. General Henri Guisan beobachtete die Ankunft der fremden Truppen in Saignelégier.

Diese grosse humanitäre Aktion verdient es, in Erinnerung gerufen zu werden. Silvio Keller wurde bei einer Bergtour im Tessin (!) darauf aufmerksam und sein Bericht darüber hat "Infosperber" aufgegriffen und am 19. Juni 2015 veröffentlicht.

Silvio Keller, Oberstlt aD aus Unterseen BE, war von 1973 bis 1978 Kdt der Tessiner Sap Kp 1/9.

Infosperber beschnitten    12'500 Polen fanden ihre Rettung in der Schweiz
                                                                                                                           
     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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