Family Farming, Beispiel Schweiz

                                                                     2014  

Was fällt unter den Begriff: "Family Farming", bäuerlicher Familienbetrieb? 

Die Website familyfarming.ch umschreibt mit folgenden Kriterien das "Family Farming":

  • Die Entscheidungskompetenz liegt bei der bewirtschaftenden Familie
  • Die Risiken werden von der bewirtschaftenden Familie getragen
  • Die Arbeit wird hauptsächlichen von Familienmitgliedern geleistet
  • Das bewirtschafte Land ist in der Verfügungsgewalt der Familie, sei es durch Grundbesitz oder durch Pacht
  • Das Finanzkapital wird grösstenteils von der Familie oder ihren Kreditgebern gestellt, jedoch nicht von institutionellen Investoren
  • Das Einkommen der Familie stammt mehrheitlich aus der landwirtschaftlichen Tätigkeit
  • Das Familienleben verschmilzt mit dem Betrieb
  • Der Betrieb wird an die Nachkommen vererbt

Praktisch alle Schweizer Bauernbetriebe sind Familienbetriebe, dies zeigt sich auch in der Rechtsform dieser Betriebe: 92% der Höfe sind natürliche Personen.

Landwirtschaftliche Familienbetriebe bewirtschaften weltweit rund 70% des Bodens und produzieren weltweit rund 56% aller Lebensmittel (Quelle: FAO). Da der Hof über Generationen weiter gegeben wird, stehen bäuerliche Familienbetriebe für Nachhaltigkeit in allen drei Dimensionen: Ökologie, Ökonomie und Soziales. Bäuerliche Familienbetriebe füllen folgende Funktionen aus:

 
  • sie sind Versorger der Bevölkerung mit täglichen Lebensmitteln
  • sie sind Garanten für Nachhaltigkeit
  • sie verbreiten die Werte wie Zusammenhalt, Solidarität und Familiensinn
  • sie garantieren das Erhalten von Lebensräumen und damit der Biodiversität
  • sie sind ein zukunftsgerichtetes Modell 

         

Family

Im UNO-Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe sollen diese und weitere Funktionen besser bewusst gemacht werden. In der Schweiz haben daher verschiedene Organisationen, die sich für die Anliegen der Bauernfamilien in der Schweiz oder in Entwicklungsländern einsetzen, ein nationales Komitee gebildet. Bauernverband, Helvetas und Swissaid wollen im UNO-Jahr aber nicht nur Schweizer Betriebe bekannt machen, sondern auch eine Brücke schlagen zu Ländern im Süden, in denen im Vergleich zu Industriestaaten weit mehr Menschen in der Landwirtschaft arbeiten und einen grösseren Anteil am Bruttoinlandsprodukt erwirtschaften.

 

Internationales  

An einer Tagung vom 27.6.2014 im Landwirtschaftlichen Institut in Grangeville (FR) verabschiedeten Organisationen der Landwirtschaft und der Entwicklungszusammenarbeit gemeinsam eine Deklaration. Diese beinhaltet die Forderung an die Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Bildung, die Anliegen der bäuerlichen Familienbetriebe besser zu berücksichtigen.

Auf der Website des SBV ist die entsprechende Medienmitteilung mit der Deklaration abrufbar, hier der direkte Link dazu.

     
Deza  

"Der Schlüssel zur Ernährungssicherheit". NZZ vom 28. Juni 2014: Deza-Chef Martin Dahinden über das UNO-Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe

Hier das Interview von Valerie Zaslawski

     
Family  

Informationen zum Thema und zu Projekten in der Schweiz: www.familyfarming.ch

und das Dossier zum Internationalen Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe

     
 Internationales  

Der Schweizer Bauernverband, mit der Medienmitteilung des Schweizer Komitees zum internationalen Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe vom 22. November 2013: SBV Medienmitteilung 20131122 

mit der Medienmitteilung "Bauernverband und Hilfswerke fordern bessere Marktposition für Familienbetriebe SBV Medienmitteilung 20140103"

sowie der Publikation Situationsbericht 2013, Erfolgsmodell: "Der bäuerliche Familienbetrieb" 

     
     
 
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