Boden und Ernähung

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Wer denkt beim Essen schon an den Boden unter seinen Füssen? 

Der Boden als hauchdünne Hülle gemessen an der Grösse des Globus ist er unentbehrlich für das Überleben der Menschheit. Der Boden ist unsere wichtigste Lebensgrundlage neben Luft und Wasser. Aber der Boden wird weltweit zur Mangelware. Städte und Strassennetze dehnen sich aus, fruchtbarer Boden wird durch Asphalt versiegelt. Wind- und Wassererosion wehen und schwemmen den ertragsreichen Boden einfach davon. Die industrialisierte Landwirtschaft zerstört mehr und mehr die natürliche Bodenstruktur und -fruchtbarkeit durch den Einsatz von Unmengen von Pestiziden und synsthetischen Düngern. Gleichzeitig vertreibt sie Kleinbauern von ihren Feldern (s. dazu auch unser Bericht Bauern ohne Land). Industriestaaten Europas beanspruchen Flächen anderer Länder, Länder, die nicht einmal die eigene Bevölkerung ernähren können. Grosse Teile der nutzbaren Landfläche wird für die Tierhaltung genutzt damit wir unseren Hunger nach Fleisch stillen können.

Fruchte und gemuse   Fleisch   Eier und milch  

Doch trotz seiner lebenswichtigen Funktion und zentralen Bedeutung schützen wir den Boden nicht. Tatsächlich gehen durch falsche Nutzung jährlich rund 24 Milliarden Tonnen fruchtbarer Boden verloren (Quelle: Heinrich Böll Stiftung).

Die Welt braucht mehr Kalorien, eine bessere Verteilung genügt nicht.

Die Welternährung ist eine der grössten Herausforderungen. Die Vielschichtigkeit der anstehenden Probleme könnte einen leicht in die Verzweiflung treiben. Doch eine umweltverträgliche Steigerung der Nahrungsmittelproduktion ist ein Ausweg aus dem Hunger.

Oft wird behauptet, die Nahrung müsse nur "richtig" verteilt werden, damit in Zukunft alle genug auf dem Teller haben. Das trifft aber nicht zu. Wenn man alle heute verfügbaren Kalorien gleichmässig unter die für 2050 prognostizierte Weltbevölkerung brächte und dabei alle Verluste durch Food-Waste - fast 25 Prozent aller Kalorien gehen zwischen Feld und Gabel verloren - unterbinden könnte, genügte dies nicht, um die von der FAO empfohlene Energiemenge von 2300 Kalorien pro Person und Tag abzudecken.

Unter der Rubrik "Meinung und Debatte" der NZZ-Ausgabe vom 2. Mai 2015, sind Gedanken von Markus Hofmann zur Welternährung wiedergegeben.

Hier der Link zum ganzen Artikel.

Dungung reisfeld indonesien  
     
Düngung eines Reisfeldes in Indonesien (im Januar 2013): Die Menschheit tritt die Zukunft des Bodens mit Füssen - im traurigsten Wortsinn. Das belegt eine Auswertung, die Wissenschaftler um Ronald Amundson von der University of California in Berkeley veröffentlicht haben.    
     
Womöglich müssen im Jahr 2100 elf Milliarden Menschen auf der Welt ernährt werden. Die Uno prognostiziert gar 13 Milliarde. Doch woher soll das Essen für sie kommen? Bereits jetzt steigen die Erträge pro Ackerfläche nur noch geringfügig an - trotz des Einsatzes grosser Mengen Dünger in der Landwirtschaft: Stickstoff, Kalium und Phosphor, die im 20. Jahrhundert für wahre Produktivitätssprünge sorgten, haben ausgezaubert. Aus erodierten Böden ausgewaschen, haben sie ausserdem riesige Todeszonen am Boden der Weltmeere entstehen lassen.    
     
Alarmierdende Fakten, aufgezeigt im Spiegel online - Artikel vom 7.5.2015. Hier der direkte Link zum Artikel.    
 

Bodenatlas 2015

Zum internationalen Jahr des Bodens haben die Heinrich-Böll-Stiftung, das Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Le Monde Diplomatique den Bodenatlas 2015 veröffentlicht:

"Das Jahr 2015 ist das Internationale Jahr der Böden. Die UN will mit diesem Jahr für den Bodenschutz werben. Und wir wollen mit dem Bodenatlas zeigen, wie das gelingen kann und warum Böden uns alle angehen. Es lohnt sich, für eine gerechte und nachhaltige Land- und Bodenpolitik zu streiten und beim täglichen Einkauf immer häufiger auch an den Schutz der Böden zu denken."

Die Herausgeber präsentieren Daten und Fakten über die Bedeutung und den Zustand von Land, Böden und Ackerflächen in Deutschland, Europa und weltweit. Zahlreiche Grafiken und Texte bieten einen aktuellen Einblick in den Zustand und die Gefährdung der Böden, von denen wir leben.

Die welt logo  

Claudia Ehrenstein der deutschen Zeitung "Die Welt" hat diesen Atlas aufmerksam studiert und stellt ihn auf der online-Ausgabe vor:

"Unbekanntes Öko-Risiko bedroht unsere Ernährung. Die Weltbevölkerung wächst – und um sie satt zu bekommen, muss genug Ackerland vorhanden sein. Doch die Menschheit geht mit den Böden rücksichtslos um. Schuld daran ist auch unsere Lust auf Fleisch."

Hier der direkte Link zu diesem lesenwerten Artikel.

Der Bodenatlas 2015 kann kostenlos als PDF oder gedruckte Version bezogen werden Die Heinrich Böll Stiftung hat dazu auf ihrer Website eine Einführung, hier der direkte Link dazu. Sämtliche Grafiken sind als Download in verschiedenen Formaten abrufbar.

Zu den Downloads Bodenatlas 2015  

Pflichtlager

Zur Ernährungssicherheit unseres Landes gehören die Pflichtlager. Dieses System wurden wegen der Nahrungsmittelknappheit nach dem Ersten Weltkrieg begründet und es wurden staatliche Notvorräte für Brotgetreide angelegt. Seit Ende der 1980er Jahre richtet sich die Bevorratung nicht mehr aus auf befürchtete Kriege sondern auf drohende Szenarien wie Naturkatastrophen, Bioterror, Epidemien oder Streiks. Ab 2004 wurde der Notvorrat für Seife, Waschmittel, Schmieröl, Kakaobohnen und Saatgut aufgegeben.

Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) schreibt darüber auf ihrer Website:

"Die Vorratshaltung ist für die Versorgungssicherheit unseres Landes von grosser Bedeutung. Da in einer Krise bestimmte Güter erfahrungsgemäss knapp werden, müssen Produkte gelagert werden, die in der Schweiz nicht oder nur in ungenügender Menge vorhanden sind. Das System der Pflichtlager beruht auf der Zusammenarbeit zwischen Privatwirtschaft und Staat. Die Unternehmen verpflichten sich, bestimmte Lager zu halten und zu bewirtschaften. Der Bund überwacht die Pflichtlager und erleichtert deren Finanzierung durch die Garantie von Bankdarlehen."

Reservesuisse microsite 

Zuständig für die Vorratshaltung (bei den Grundnahrungsmitteln liegt der Bedarf bei 4 Monaten) der Lebensmittel Zucker, Speiseöle und -fette, Reis, Kaffee, Brotgetreide, Hartweizen und Futtermittel ist die Réserve Suisse.

Zu diesem Thema verweisen wir auch auf den Artikel (pdf) der "Agrarforschung Schweiz 3 11-12: 538-543, 2012: Wie sicher ist die Ernährungssicherung?"

 
Milano 2015      

Die Expo 2015 (1.5.-31.10.2015) in Milano steht im Zeichen der Ernährung: Den Planeten ernähren - Energie für das Leben.

An der Weltausstellung 2015 dreht sich alles um das Thema Ernährung auf unserem Planeten. Innerhalb von 9 Themenclusters erfährt der Besucher Spannendes zu wichtigen Lebensmittelgruppen. Events, Shows und Vorträge werden im Open Air Theater oder im gedeckten Auditorium geboten. Dabei fokussieren die Verantwortlichen das Recht aller Menschen auf gesunde und ausreichende Ernährung.

 

Der Schweizer Pavillon:

"Wenn viele zu viel nehmen, hat es für die anderen zu wenig": die Schweiz präsentiert sich in Mailan mit einem essbaren Pavillon und lädt die Besucher ein, über ihr Konsumverhalten zwischen Eigenverantwortung, kollektiver Solidarität und Nachhaltigkeit nachzudenken.

Die NZZ berichtet über den Schweizer Pavillon in ihrer Ausgabe vom 25. April 2015: Der Zauber des Nüchternen.

Eröffnung der Türme des Schweizer Pavillons an der Expo Milano 2015: www.news.admin.ch
Hier der direkte Link zur Website der Expo Milano 2015.

 

 

 

 
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