Unser Boden - mit Leben gefüllt

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Die Uni Münster schreibt auf ihrer Website:

Böden sind insgesamt gesehen sehr komplexe und komplizierte Gebilde und bedecken in unterschiedlichster Ausprägung und Mächtigkeit die Erde. Grundsätzlich bestehen sie jedoch alle aus vier unterschiedlichen Bestandteilen:

  • Verschiedene mineralische Bestandteile, die zusammen die mineralische Substanz bilden (entstanden aus der Verwitterung der Gesteine und diese mineralische Substanz bildet mit über 90% den Hauptbestandteil der festen Bodensubstanz)
  • Organische Bestandteile, die zusammen als organische Substanz bezeichnet werden (entstanden aus belebtem Ursprung wie Pflanzenwurzeln und Bodenorganismen sowie abgestorbene und umgewandelte Reste von Pflanzen und Tieren)
  • Bodenwasser (ist das gesamte in Boden vorkommende Wasser wie beispielsweise Sickerwasser, Grundwasser oder Haftwasser)
  • Bodenluft (auch bekannt als "Gasphase im Boden", "Bodengas" oder "Grundluft"). Die Räume zwischen den festen Bodenpartikeln sind, sofern sie kein Wasser enthalten, mit Luft gefüllt. Diese Gasphase steht entweder im Kontakt mit der Erdatmosphäre oder sie ist von Festteilchen und Wasser eingeschlossen.

Bodenzusammensetzung

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Wie entsteht der Boden?

Bis ein lebendiger Boden entsteht, vergehen viele Jahrtausende.

Am Anfang steht das nackte Gestein, aus dem die Erdkruste aufgebaut ist. Regen und Sauerstoff lassen das Gestein mit der Zeit verwittern. Hitze und Kälte zermürben es zusätzlich. Wasser und Wind mahlen und schleifen selbst den härtesten Granit zu immer kleiner werdenden Steinen und Körnern. Aber erst durch das Leben wird aus der verwitterten Gesteinskruste der Boden. Die eigentliche Bodenbildung beginnt daher erst mit der Besiedelung durch Mikroorganismen, dann durch Flechten, die aus einem Pilz- und einem Algenpartner bestehen.

                           Boden und pflanzli

Mehr zur Entstehung der Böden und dessen Zusammensetzung, über den Humus und über die Grundlage des Pflanzenwachstums steht informativ geschrieben auf der Website: planet-wissen.de

 

Während wir bei einem Waldspaziergang in Ruhe die oberirdische Natur geniessen, tobt unter unserem Schuhwerk ein fantastisches Leben. Allein unter der Fläche der eigenen Sohlen existieren mehr Lebewesen, als es Menschen auf der Erde gibt. Und so winzig die meisten auch sind, ohne ihr Wirken gäbe es auch kein Leben über der Erde.

Regenwurm           

Stellvertretend für alles, das da lebt in unserem Boden, stellen wir den Regenwurm etwas näher vor.

In der Schweiz gibt es gegen 40 Regenwurmarten (in Europa sind es 400 und weltweit über 3000). Ihre durchschnittliche Lebenszeit liegt zwischen drei und acht Jahren.

             

       

Der Regenwurm - ein stiller, verkannter Schaffer

Die Regenwürmer galten im 19. Jahrhundert als Plage, es wurde ihnen angedichtet, dass sie die Wurzeln der Pflanzen essen. Heute sind sie dank ihrem ökologischen Wert anerkannt, sie gelten als Darm des Bodens. Heute wissen wir: je mehr Würmer, desto fruchtbarer der Acker, denn der Regenwurm produziert erstklassigen Pflanzendünger. Ideal wäre es, wenn 120 bis 140 Regenwürmer pro Quadratmeter Ackerboden vorkämen.

Regenwürmer sind die Baumeister fruchtbarer Böden. Unermüdlich graben sie sich durch das Erdreich, arbeiten totes Pflanzenmaterial in den Boden ein, produzieren wertvollen Humus und sorgen für eine optimale Bodenstruktur. So pflegen die fleissigen Gesellen eine unserer kostbarsten Ressourcen: den Boden. Dieser ist Lebensgrundlage für Pflanzen, Tiere und Menschen und muss deshalb sorgfältig genutzt und geschützt werden.

Was viele seit unserer Kindheit zu wissen glauben, stimmt leider nicht: aus einem entzweigeschnittenen Regenwurm werden nicht zwei Würmer. Mit Glück überlebt nur der vordere Teil des Wurms.

 
Pro Natura kürte im 2011 den Regenwurm zum Tier des Jahres.
 
 
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